Darmprobleme: Die besten Tipps, Tricks & Hausmittel gegen Darmprobleme

Darmprobleme
Zuletzt aktualisiert: 6. Oktober 2020

Der Darm dient der Ausscheidung von nicht verwertbaren oder schädlichen Nahrungsbestandteilen. Durchschnittlich transportiert er unglaubliche 30 Tonnen Nahrung, 50 000 Liter Flüssigkeit und 1,5 Kilo Bakterien sowie kiloweise Schad- und Giftstoffe aus dem Körper hinaus.

Darüber hinaus befindet sich im Darm ein großer Teil (rund 80%) der Zellen unseres Immunsystems. Eine gesunde Darmflora ist enorm wichtig für unsere Abwehrkräfte, deswegen solltest du bei jeglichen Darmbeschwerden schnell reagieren.

Dieser Artikel soll dir die häufigsten Ursachen und Symptome bei Darmproblemen näherbringen. In weiterer Folge erhältst du noch wertvolle Tipps wie du Darmbeschwerden erfolgreich behandelst bzw. diesbezüglich Vorsorgemaßnahmen treffen kannst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Darmprobleme sind nicht normal und sollten nicht ignoriert werden. Oft möchte der Körper uns somit signalisieren, dass etwas nicht stimmt. Deswegen ist es wichtig seinen Körper zu beobachten um rechtzeitig
  • In vielen Fällen, verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit von alleine. Viele Menschen klagen jedoch über wiederkehrende Darmbeschwerden, wie z.B. Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen.
  • Ein wichtiger Ansatz zur Behebung bzw. Vorbeugung von Darmproblemen ist die Umstellungen der Ernährung. Mehr Flüssigkeiten trinken und die richtigen Lebensmittel können die Beschwerden schnell lindern.

Hintergründe: Was du über Darmprobleme wissen solltest

In den folgenden Abschnitten haben wir Dir einige nützliche Fragen rund um Damenprobleme beantwortet.

Was sind die Symptome für Darmprobleme?

Um Darmproblemen auf den Grund gehen zu können, ist es wichtig ihre Symptome zu erkennen. Zu den häufigsten Darmproblemen gehören:

  • Verstopfung
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Völlegefühl

Es kann vorkommen, dass mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. In vielen Fällen verschwinden sie jedoch nach kurzer Zeit von alleine. Bei wiederkehrenden Darmproblemen solltest du schnellstens einen Arzt aufsuchen.

Was sind die Ursachen für Darmprobleme?

Die Uhrsachen für Darmprobleme können unterschiedlich sein. Die häufigsten haben wir für dich aufgelistet und näher beschrieben.

Stress

Permanenter Stress ist ein enormer Einflussfaktor, der sich negativ auf die Gesundheit auswirkt. Insbesondere, weil Stress den Körper zu einem Art Notfallmanagement animiert. Bei Stress wird Adrenalin ausgeschüttet, was der Schärfung der Sinne dienen soll, jedoch zur Vernachlässigung der Verdauung führen kann.

In diesem Fall können oft Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen die Folgen sein. Normalerweise lassen die Symptome nach, nachdem die Stresssituation bewältigt wurde.

Fehlernährung

Wer zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, kann u.a. mit Verstopfungen rechnen. Täglich sollte man wenigstens 1,5 bis 2 Liter Wasser zu sich nehmen. Bei einem Flüssigkeitsverlust, z.B. im Sommer durch Schwitzen, sollte die Trinkmenge erhöht werden.

In vielen Fällen, verschwinden Darmprobleme nach kurzer Zeit von alleine.

Lebensmittelunverträglichkeiten können ebenfalls Darmprobleme auslösen. Bei Personen, die z.B. Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) nicht richtig verdauen, können Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall die Folge sein.

Ein zu niedriger Ballaststoffgehalt kann ebenso ein Grund für Darmprobleme sein. Vor allem, wenn die Ernährung zu viel verarbeitete und zuckerhaltige Lebensmittel enthält, können Verstopfungen und eine verlangsamte Verdauung ein Warnsignal sein.

Krankheiten

Darmprobleme können auch eine Begleiterscheinung einer Krankheit sein. So sind Verstopfungen ein häufiges Symptom für multiple Sklerose(1). Ähnlich kann es bei Parkinson(2), Depression(3) oder chronischen Nierenerkrangungen(4)sein. In diesem Fall werden die Symptome vom Arzt behandelt.

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Einige Medikamente können die Darmflora aus der Balance bringen.
(Bildquelle: Volodymyr Hryshchenko / Unsplash)

Bei Krankheiten die mit Antibiotika behandelt werden, kann Durchfall eine Nebenwirkung der Therapie sein. Antibiotika sind stark wirkende Medikamente, die zwischen krankheitserregenden Bakterien und gesunden Mikroorganismen nicht unterscheiden können. Dementsprechend können Sie die Darmflora belasten.

Welche Folgen hat das Ignorieren der Beschwerden?

Oftmals werden Darmprobleme nicht richtig ernst genommen. Das Ignorieren kann jedoch schlimme Folgen haben. In einigen Fällen kann es zu sogenannten ‘Durchlässigem Darm’ (Leaky Gut Syndrome) kommen(5). Hierbei handelt es sich um eine Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Stoffe, die sie normalerweise nicht überwinden würden.

Darüber hinaus können Darmprobleme ein Signal für Darmkrebs sein. Früh erkannt, kann der Darmkrebs geheilt werden. Deswegen sollte man bei wiederkehrenden oder lang anhaltenden Darmproblemen dringend einen Arzt aufsuchen.

Wie kann ich Darmproblemen vorbeugen?

Wer die empfohlene Flüssigkeitsmenge von 1,5 – 2 L zu sich nimmt, auf seine Ernährung achtet und sich regelmäßig bewegt, der hilft dem Darm gesund zu bleiben. An sich reinigt sich der Darm bei gesunden Menschen von selbst, dementsprechend benötigt er keine zusätzliche Hilfe.

Nichtsdestotrotz gibt es einige Hausmittel, die dem Darm bei seiner Reinigung nützlich sein können. Wenn es um das Vorbeugen von Darmproblemen bei Menschen mit gesundheitlichen Vorbelastungen geht, sollten sie auf die Empfehlungen des behandelnden Arztes achten.

Darmprobleme: Die besten Tipps & Tricks gegen Darmprobleme

Bei akuten Darmbeschwerden möchte man sie so schnell wie möglich Linderung verschaffen. Es gibt viele Mittel, sowohl Hausmittel als auch Medikamente, auf die du in diesem Fall zurückgreifen kannst. In diesem Abschnitt zeigen wir dir die besten Tipps und Tricks gegen Darmprobleme.

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Eine gesunde Ernährung ist das A und O für einen gesunden Darm.
(Bildquelle: Ola Mishchenko / Unsplash)

Darmprobleme mit Hausmitteln beseitigen

Bevor du aus Gewohnheit zum Medizinschränkchen losrennst, um deine Darmbeschwerden zu lindern, solltest du zuerst auf diese bewährte Hausmittel zurückgreifen.

Probiotika

Probiotika können das mikrobielle Gleichgewicht der Darmflora wieder herstellen. Probiotische Lebensmittel enthalten Mikroorganismen, die zur Regenerierung und Stabilisierung der Darmflora beitragen. (6) Sie kommen beispielsweise in fermentierten oder milchsauer vergorenen Lebensmitteln vor. Zu den beliebtesten probiotischen Lebensmitteln gehören:

  • Joghurt
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Saure Gurken
  • Apfelessig
  • Miso (japanische Sojabohnen-Paste)
  • Kombucha (fermentierter Tee)

Ballaststoffreiche Ernährung

Ein wichtiger Ansatz zur Behebung bzw. Vorbeugung von Darmproblemen ist die Umstellungen der Ernährung. Wie bereits angesprochen können Darmprobleme vor allem durch eine ballaststoffreiche Ernährung behoben werden(7).

Ballaststoffe, oft auch Präbiotika genannt, sind unverdauliche Nahrungsbestandteile die für den Darm sehr nützlich sind. Vor allem fördern sie das Wachstum und Aktivität der Dickdarmbakterien und stärken die Darmflora und fördern die Verdauung. Sie verhindern dazu noch den Reizdarm und Verstopfung(8).

Dr. Anne FleckPräventiv- und Ernährungsmedizinerin
“Präbiotische Lebensmittel sorgen dafür, dass sich vor allem Bifidobakterien in unserem Darm wohlfühlen. (…) Krank machende Bakterienstämme wie etwa Clostridien und bestimmte Arten von E. coli haben es dann schwerer, sich im Darm auszubreiten.” (Quelle: NDR.de)

Hier empfiehlt es sich auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte Gemüse und Obst zurückzugreifen, die reich an Ballaststoffen sind.

Kräutertee

Täglich sollte man wenigstens 1,5 bis 2 Liter Wasser zu sich nehmen. Bei einem Flüssigkeitsverlust,  z.B. im Sommer durch Schwitzen, sollte die Trinkmenge erhöht werden. Bei Darmproblemen werden neben Wasser auch ungesüßte Tees empfohlen(9) .

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Ein beliebtes Hausmittel gegen Darmprobleme ist und bleibt der Tee.
(Bildquelle: Kira auf der Heide / Unsplash)

Sie beruhigen den Magen-Darm-Trakt und wirken warm getrunken auch entspannend auf die Darmmuskulatur. Darüber hinaus sind sie günstig und überall erhältlich. Besonders wirksam bei Darmproblemen erweisen sich:

  • Kümmel
  • Fenchel
  • Anis
  • Melisse

Wärme

Die wohltuende Wirkung von Wärme wissen viele zu schätzen. Vor allem bei Bauchschmerzen ist diese Art der Schmerzlinderung sehr wirksam. Eine warme Wärmflasche, Körnerkissen oder ein heißes Bad beruhigt den Darm und hilft den Geist und die Muskulatur zu entspannen.

Wusstest du, dass der Darm das größte innere Organ des Menschen ist? Er kann bis zu 8 Meter lang sein und misst nur wenige Zentimeter im Durchmesser.

Entspannung

Die psychische Gesundheit ist in Sachen ‘Darm’ genauso wichtig wie die physische. Wie du schon gelesen hast, wirkt sich Stress negativ auf dein (Darm)Wohlbefinden aus.(10) Dementsprechend wird Entspannung als Stressabbau sehr empfohlen.

Bei lang anhaltenden Darmproblemen solltest du dringend einen Arzt aufsuchen

Jeder versteht unter Entspannung etwas anderes, deswegen musst du selbst entscheiden was dir beim ‘runterkommen’ am besten hilft. Gönn dir Zeit nur für dich selbst um das Gleichgewicht von Körper und Geist wiederherzustellen.

Egal ob beim Meditieren, sanfter Bewegung (wie z.B. Spaziergang, Yoga etc.), deinem Lieblingsbuch oder einem Power-Nap – dein Darm wird dir für regelmäßige Erholungsphasen danken!

Darmprobleme mit Medikamenten beseitigen

Auch die Einnahme von Medikamenten kann dir bei Darmbeschwerden helfen. Diese erhältst du in der Regel rezeptfrei in Form von Tropfen oder Kapseln. Hier solltest du jedoch beachten, dass Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen können.

Bei der Wahl des richtigen Medikaments ist das Symptom ausschlaggebend. Im Fall von Verstopfungen können milde Abführmittel helfen. Bei Durchfall, solltest du auf Medikamente mit Kohle und Elektrolytlösungen zurückgreifen. Bei Bauchschmerzen helfen Mittel mit Kamille oder Minze.

Symptom Wirkstoff
Verstopfung Macrogol, Natriumpicosulfat oder Bisacodyl
Durchfall Loperamid, Lopedium, Perenterol
Bauchschmerzen Scopolaminbutylbromid, Paracetamol, Ibuprofen
Blähungen Simeticon, Dimeticon
Völlegefühl Calciumcarbonat

Bei Beschwerden, die länger als 3 Tage andauern, solltest du einen Arzt aufsuchen, statt sie alleine zu behandeln, denn Medikamente sollten nicht langfristig eingenommen werden.

Fazit

Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und das richtige Stressmanagement sind in Sachen Darmgesundheit das A und O. Wenn der Darm ab und an mal ‘streikt’, können bewährte Hausmittel Linderung verschaffen. Bei wiederkehrenden Symptomen sollte man der Ursache auf den Grund gehen.

Unterschätzte Darmprobleme können unangenehme Folgen mit sich bringen. Diese sind nicht nur eine körperliche Belastung, sondern können in weitere Folge zu neuen Krankheiten, wie Leaky Gut Syndrom führen. Eine nicht rechtzeitige Diagnose bzw. Behandlung kann im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Bildquelle: Guillem/ 123rf.com

Einzelnachweise (10)

1. Lin SD, Butler JE, Boswell-Ruys CL, et al. The frequency of bowel and bladder problems in multiple sclerosis and its relation to fatigue: A single centre experience. PLoS One. 2019;14(9):e0222731. Published 2019 Sep 19. doi:10.1371/journal.pone.0222731
Quelle

2. Stocchi F, Torti M. Constipation in Parkinson's Disease. Int Rev Neurobiol. 2017;134:811-826. doi:10.1016/bs.irn.2017.06.003
Quelle

3. Staller K, Barshop K, Kuo B, Ananthakrishnan AN. Depression but Not Symptom Severity is Associated With Work and School Absenteeism in Refractory Chronic Constipation. J Clin Gastroenterol. 2018;52(5):407-412. doi:10.1097/MCG.0000000000000782
Quelle

4. Plata C, Cruz C, Cervantes LG, Ramírez V. The gut microbiota and its relationship with chronic kidney disease. Int Urol Nephrol. 2019;51(12):2209-2226. doi:10.1007/s11255-019-02291-2
Quelle

5. Fändriks L. Roles of the gut in the metabolic syndrome: an overview. J Intern Med. 2017;281(4):319-336. doi:10.1111/joim.12584
Quelle

6. Wilkins T, Sequoia J. Probiotics for Gastrointestinal Conditions: A Summary of the Evidence. Am Fam Physician. 2017;96(3):170-178.
Quelle

7. Makki K, Deehan EC, Walter J, Bäckhed F. The Impact of Dietary Fiber on Gut Microbiota in Host Health and Disease. Cell Host Microbe. 2018;23(6):705-715. doi:10.1016/j.chom.2018.05.012
Quelle

8. Holscher HD. Dietary fiber and prebiotics and the gastrointestinal microbiota. Gut Microbes. 2017;8(2):172-184. doi:10.1080/19490976.2017.1290756
Quelle

9. Ma HW, Zhao JT, Zhao X. Sichuan Da Xue Xue Bao Yi Xue Ban. 2015;46(6):940-943.
Quelle

10. Molina-Torres G, Rodriguez-Arrastia M, Roman P, Sanchez-Labraca N, Cardona D. Stress and the gut microbiota-brain axis. Behav Pharmacol. 2019;30(2 and 3-Spec Issue):187-200. doi:10.1097/FBP.0000000000000478
Quelle

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Wissenschaftliche Untersuchung
Lin SD, Butler JE, Boswell-Ruys CL, et al. The frequency of bowel and bladder problems in multiple sclerosis and its relation to fatigue: A single centre experience. PLoS One. 2019;14(9):e0222731. Published 2019 Sep 19. doi:10.1371/journal.pone.0222731
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Stocchi F, Torti M. Constipation in Parkinson's Disease. Int Rev Neurobiol. 2017;134:811-826. doi:10.1016/bs.irn.2017.06.003
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Makki K, Deehan EC, Walter J, Bäckhed F. The Impact of Dietary Fiber on Gut Microbiota in Host Health and Disease. Cell Host Microbe. 2018;23(6):705-715. doi:10.1016/j.chom.2018.05.012
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Ma HW, Zhao JT, Zhao X. Sichuan Da Xue Xue Bao Yi Xue Ban. 2015;46(6):940-943.
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